Vergleiche unter Kindern

Die Adventszeit ist mir in Erinnerung an meine Kindheit mit gemischten Gefühlen – einerseits gab es diese Vorfreude auf Weihnachten, Aussuchen und Wunschzettel schreiben, Plätzchen backen – und andererseits ist da ein Gefühl, das nicht schön ist: ich wurde geärgert – das vorrangig in der weiterführenden Schule – und zwar egal wofür. Ob es das Wichtelgeschenk war, die Weihnachtsplätzchen oder die Weihnachtsgeschenke oder was auch immer. Die anderen hatten eben immer die besseren Sachen oder sie fühlten sich besser, wenn sie sagten, dass ich die schlechteren Sachen mitgebracht oder bekommen habe.

Dieser Schmerz, den ich damals erlebt habe, ist jetzt ein Déjà-vu. Denn nach Start der Adventszeit kommt meine älteste Tochter (3. Klasse) nach Hause und erzählt von den anderen Kindern, die nicht nur 2 sondern 3 Adventskalender haben, wo jeden Tag Süßes drin ist oder Spielzeug oder irgendwas anderes cooles. Und nicht so einen Kritzel-Kratzel-Adventskalender oder einen Adventskalender, bei dem man zusammen mit seiner Schwester Aufgaben lösen muss sondern so richtige mit Schokolade. Meine Hand zückt zum Handy und ich recherchiere, ob ich irgendwo noch einen Adventskalender finde. Mein Mann erahnt, was ich tue und sagt: „Lass es“. Ich möchte nicht, dass mein Kind traurig ist und sich weniger wert fühlt. Das ist das Gefühl, das bleibt. . . Obwohl ich ja irgendwie auch weiß, dass es nicht richtig wäre, jetzt noch einen Adventskalender zu kaufen, nur damit sie zufrieden ist, denn der wäre bestimmt auch nicht richtig.

Bild von Geralt auf pixabay

Und ich weiß auch, dass ganz andere Sachen mehr Wert sind und dazu führen, dass mein Kind sich wertvoll fühlt. Wir möchten vermitteln, zufrieden zu sein mit dem, was wir haben, denn das ist viel mehr als viele andere haben. Trotzdem haben wi runs vorgenommen, dass wir nächstes Jahr wieder einen ganz normalen Adventskalender mit Schokolade oder Spielzeug kaufen oder selber machen. Aber dann haben die anderen bestimmt einen viel cooleren Adventskalender oder einen Kritzel-Kratzel-Adventskalender oder Abenteuer-Adventskalender. . . Wir Eltern machen es doch sowieso immer falsch, oder? Hoffentlich realisieren die Kinder es im Laufe der Zeit, spätestens vermutlich wenn sie erwachsen sind oder eigene Kinder haben, dass es gut war und sie dadurch einiges gelernt haben, dass sie nicht alles bekommen haben.

Aber bis dahin wird es für uns Eltern schwer sein und weh tun, weil es an die eigenen kleinen Wunden erinnert. Aber wie heißt es so schön: Aus Fehlern wird man klug, drum mach davon nie genug!

Geht’s Euch auch so? Wie geht Ihr damit um?

Liebe Grüße

Renate

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